Zwei Wochen, neue Perspektiven: Ein Forschungsaufenthalt in Stellenbosch
Wissenschaftlicher Dialog und rechtlicher Wandel
Der Austausch erwies sich von Anfang an als äußerst bereichernd. In Vorträgen, Workshops und intensiven Diskussionen setzten sich die Teilnehmenden mit Themen wie transformativem Konstitutionalismus, den Beziehungen zwischen der EU und Afrika sowie der Zukunft der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auseinander.
Ein zentraler Bestandteil des Programms war die Präsentation einzelner Forschungsprojekte. Diese Sitzungen ermöglichten einen intensiven akademischen Dialog über Fachgrenzen hinweg; selbst wenn Projekte nicht direkt mit globalen Wertschöpfungsketten in Verbindung standen, eröffneten die Diskussionen neue Perspektiven auf rechtliche und gesellschaftliche Transformationsprozesse.
Über das formelle Programm hinaus bot der Aufenthalt Gelegenheiten zum Austausch mit Wissenschaftler*innen der University of Cape Town und der University of the Western Cape, wodurch internationale akademische Netzwerke weiter gestärkt wurden.
Globale Herausforderungen, unterschiedliche Prioritäten
Eine der auffälligsten Erkenntnisse des Aufenthalts war die unterschiedliche Gewichtung globaler Herausforderungen. Während sich europäische Debatten oft auf Nachhaltigkeit und geopolitische Sicherheit konzentrieren, haben im südafrikanischen Kontext andere Themen Vorrang. Insbesondere Wasser- und Ernährungssicherheit stellen unmittelbare und dringende Anliegen dar, die sowohl den öffentlichen Diskurs als auch regulatorische Prioritäten prägen.
Diese Unterschiede verdeutlichen, wie rechtliche Rahmenbedingungen durch ihre spezifischen Kontexte und normativen Annahmen geprägt werden. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, Perspektiven aus dem Globalen Süden systematisch in Diskussionen über globale Regulierung einzubeziehen
Wann & Wo
Profil
Vom 17. bis 29. März 2026 verbrachte Kathleen Evers, Doktorandin im GO-Chains-Cluster, zwei Wochen in Südafrika im Rahmen eines Forschungsaufenthalts an der Stellenbosch University. Der Besuch war Teil eines internationalen Doktorandenkolloquiums, an dem Forscher aus Deutschland (Leuphana Universität) und Südafrika (Stellenbosch University) teilnahmen.